Windows on ARM: Snapdragon-Laptop mit Startpasswort schützen

Windows on ARM: Snapdragon-Laptop mit Startpasswort schützen

Laptops mit Snapdragon X, viele davon als Copilot+ PC verkauft, sind ab Werk ordentlich geschützt: Anmeldung per Windows Hello und oft bereits aktive Verschlüsselung. Ein Passwort, ohne das Windows gar nicht erst startet, lohnt sich trotzdem.

Kurz gesagt
  • Der eingebaute Schutz sichert die Anmeldung, nicht den Systemstart.
  • Disk Password Protection 5.6 ergänzt ein Startpasswort unter 64-Bit-Windows on ARM, Secure Boot und BitLocker bleiben aktiv.
  • Bei Secured-core PCs muss im UEFI eventuell zuerst die Microsoft-UEFI-CA für Drittanbieter zugelassen werden.
  • Das Programm verschlüsselt nicht: Lassen Sie Geräteverschlüsselung oder BitLocker eingeschaltet.

Was sind Windows-on-ARM-Laptops?

Snapdragon-X-Prozessoren nutzen die ARM-Architektur statt x86/x64 wie Intel und AMD. Auf ihnen läuft eine 64-Bit-Version von Windows 11 für ARM, Programme laufen als ARM-Version oder über die eingebaute Emulation. Als Copilot+ PC bezeichnet Microsoft Laptops mit eigenem KI-Prozessor (NPU); es gibt sie auch mit Intel und AMD, hier geht es aber um die ARM-Modelle.

Bei Software, die beim Systemstart arbeitet, hilft keine Emulation: Sie muss eigens für ARM entwickelt sein. Achten Sie darauf, dass Ihr Bootschutz Windows on ARM unterstützt.

Welcher Schutz schon vorhanden ist

Ab Werk geschützt
  • Windows Hello: Gesicht, Fingerabdruck oder PIN, sicherer als ein kurzes Passwort
  • Verschlüsselung des Systemlaufwerks, oft aktiv: Geräteverschlüsselung unter Home, BitLocker unter Pro
  • Secure Boot: Nur Bootloader mit vertrauenswürdiger Signatur starten, also eingeschaltet lassen
Grenzen
  • Windows Hello schützt nur die Anmeldung
  • Die Verschlüsselung ist nicht immer aktiv: Das hängt von Edition und Ersteinrichtung ab
  • Meist wird das Laufwerk automatisch entsperrt, und Windows startet bis zum Sperrbildschirm

Geräteverschlüsselung und BitLocker: so prüfen Sie es

  1. Öffnen Sie „Einstellungen“ > „Datenschutz und Sicherheit“ > „Geräteverschlüsselung“. Unter Pro finden Sie BitLocker auch über die Suche im Startmenü.
  2. Prüfen Sie, ob die Verschlüsselung eingeschaltet ist.
  3. Suchen Sie den Wiederherstellungsschlüssel (meist im Microsoft-Konto) und bewahren Sie eine Kopie getrennt vom Laptop auf: Ohne ihn können Sie nach einem Firmware-Update oder Hardwaretausch den Zugriff auf Ihre Daten verlieren.

Warum ein Passwort vor dem Windows-Start trotzdem hilft

Wer den Laptop in die Hände bekommt, hat ein laufendes System vor sich, das nur der Anmeldebildschirm schützt. Ein Startpasswort ist eine zusätzliche Hürde.

Windows startet nicht Ein Fremder sieht nicht einmal den Anmeldebildschirm.
Bleibt beim Laufwerk Wird auch in einem anderen Computer und nach der Deinstallation abgefragt.
Versteckter Modus Keine Passwortabfrage zu sehen, der Laptop wirkt wie eingefroren.
In Windows eingerichtet Nicht jedes ARM-Modell hat ein UEFI-Passwort; dieses hängt nicht vom Firmware-Menü ab.

Disk Password Protection 5.6 auf einem ARM-Laptop

Disk Password Protection fragt ein Passwort ab, bevor das Betriebssystem startet. Ab Version 5.6 eignet sich das Programm für Snapdragon-Laptops.

Windows on ARM 64-Bit-Windows on ARM wird unterstützt.
Secure Boot bleibt aktiv Die UEFI-Module sind mit Microsoft UEFI CA 2023 signiert, dem Zertifikat, das neue Computer voraussetzen.
Mit BitLocker kompatibel Auf UEFI-Systemen, die Geräteverschlüsselung bleibt also an.
PBKDF2 Verlangsamt das Durchprobieren von Passwörtern stark.

Wichtig bei Secured-core PCs. Auf manchen Laptops, vor allem auf Secured-core PCs (dazu gehören viele Copilot+ PCs), vertraut die UEFI-Firmware ab Werk keinen Modulen von Drittanbietern, die mit der Microsoft UEFI CA signiert sind. Aktivieren Sie dann vor der Installation des Bootschutzes in den UEFI-Einstellungen die Option, die die Microsoft-UEFI-CA für Drittanbieter zulässt (der Name hängt vom Hersteller ab). Secure Boot bleibt dabei eingeschaltet. Finden Sie keine solche Option, fragen Sie beim Hersteller nach.

Testen Sie den Bootschutz zuerst auf Ihrem Gerät und halten Sie den BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel bereit: Schon eine Änderung der UEFI-Einstellungen kann die BitLocker-Wiederherstellung auslösen.

Mehr dazu in der Meldung zu Disk Password Protection 5.6.

So richten Sie das Startpasswort ein

Programm installieren

Laden Sie Disk Password Protection herunter und installieren Sie es.

Wiederherstellungsschlüssel prüfen

Stellen Sie sicher, dass der BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel gespeichert und griffbereit ist.

Systemlaufwerk wählen

Wählen Sie im Hauptfenster das Systemlaufwerk und dann „Bootschutz installieren...“.

Hauptfenster von Disk Password Protection mit Laufwerken und Partitionen
Passwort festlegen

Geben Sie es zweimal ein. Bei Bedarf legen Sie einen „Passworthinweis“ fest; soll keine Passwortabfrage zu sehen sein, setzen Sie das Häkchen bei „Versteckten Schutzmodus aktivieren“.

Bootschutzassistent von Disk Password Protection
Neu starten

Klicken Sie auf „OK“ und starten Sie den Laptop neu. Vor dem Start von Windows erscheint nun die Passwortabfrage.

Passwortabfrage vor dem Start von Windows

Das Passwort tippen Sie auf der Laptoptastatur ein, daher eignet sich eine lange Passphrase aus mehreren Wörtern besser als eine kurze Zeichenfolge. Mehr dazu: wie Sie ein Passwort beim Starten des PCs einrichten und die Seite zum Bootschutz.

UEFI-Einstellungen auf ARM-Laptops

Das UEFI-Setup unterscheidet sich bei ARM-Laptops stark von Modell zu Modell und bietet mitunter weniger Optionen als gewohnt (siehe Dokumentation des Herstellers). Wenn sie vorhanden sind:

  • legen Sie ein UEFI-Administratorpasswort fest;
  • deaktivieren Sie den Start von USB und externen Laufwerken;
  • lassen Sie Secure Boot eingeschaltet.

Beim Start von einem USB-Stick erscheint die Passwortabfrage von Disk Password Protection nicht. Lässt sich der USB-Start nicht sperren, schützt die Geräteverschlüsselung die Daten: Ohne Schlüssel sind sie nicht lesbar.

Partitionen verstecken

Disk Password Protection kann außerdem den Eintrag einer Partition aus der Partitionstabelle entfernen: Windows sieht sie nicht, die Datenträgerverwaltung zeigt nicht zugeordneten Speicher, und die Partition bleibt auch auf anderen Computern und nach der Deinstallation versteckt, bis Sie sie mit dem Programm und dem Passwort zurückholen. Die Partition mit dem laufenden Windows (meist C:, wo ein ARM-Laptop alles speichert) lässt sich nicht verstecken, die Funktion ist also für eine eigene Datenpartition oder ein externes Laufwerk gedacht. Mehr im Beitrag Partition verstecken.

Was Disk Password Protection nicht tut

  • Es verschlüsselt keine Daten. Eine versteckte Partition lässt sich mit Datenrettungsprogrammen finden. Zum Verschlüsseln nutzen Sie die Geräteverschlüsselung oder BitLocker: Unser Cryptic Disk gibt es nicht für ARM.
  • Es verhindert keinen Start von USB. Nutzen Sie dafür die UEFI-Einstellungen oben, sofern Ihr Modell sie anbietet.
  • Es gibt kein Masterpasswort. Wählen Sie ein Passwort, das Sie nicht vergessen, und legen Sie einen Hinweis fest.

Ein solides Konzept: Geräteverschlüsselung oder BitLocker mit gesichertem Wiederherstellungsschlüssel, Windows Hello für die Anmeldung, ein Startpasswort von Disk Password Protection und, wo möglich, ein UEFI-Passwort mit gesperrtem USB-Start.

Häufige Fragen

Kann man bei einem Snapdragon-Laptop ein Passwort beim Einschalten festlegen?

Ja: Manche Modelle bieten ein UEFI-Passwort, und Disk Password Protection 5.6 fragt unter 64-Bit-Windows on ARM ein Passwort vor dem Windows-Start ab.

Ist die Verschlüsselung auf Copilot+ PCs standardmäßig aktiv?

Oft, aber nicht immer. Prüfen Sie es unter „Einstellungen“ > „Datenschutz und Sicherheit“ > „Geräteverschlüsselung“ und sichern Sie den Wiederherstellungsschlüssel.

Muss ich Secure Boot für Disk Password Protection ausschalten?

Nein. Die UEFI-Module sind mit Microsoft UEFI CA 2023 signiert. Auf manchen Geräten, etwa Secured-core PCs, lassen Sie vorher in den UEFI-Einstellungen die Microsoft-UEFI-CA für Drittanbieter zu; Secure Boot bleibt eingeschaltet.

Funktioniert Disk Password Protection zusammen mit BitLocker?

Ja, auf UEFI-Systemen ab Version 5.6: Die Verschlüsselung schützt die Daten, das Startpasswort verhindert den Systemstart.

Ersetzt ein Startpasswort die Verschlüsselung?

Nein. Disk Password Protection verschlüsselt keine Daten, daher sollte die Geräteverschlüsselung oder BitLocker eingeschaltet bleiben.

Disk Password Protection 30 Tage kostenlos testen

Ohne Einschränkungen während der Testphase. Windows 11, 10, 8.1, 8 und 7 SP1.

Kostenfreier Test Preise & Kauf