Cloud verschlüsseln: OneDrive- und Google-Drive-Dateien schützen

Cloud verschlüsseln: OneDrive- und Google-Drive-Dateien schützen

OneDrive und Google Drive verschlüsseln Ihre Dateien, behalten die Schlüssel aber selbst. Sollen Dokumente in der Cloud nur für Sie lesbar sein, verschlüsseln Sie sie vor dem Hochladen.

Kurz gesagt
  • Die Verschlüsselung des Anbieters hilft nicht gegen ein gekapertes Konto, Freigabelinks oder den Anbieter selbst.
  • Der Persönliche Tresor von OneDrive ist ein zusätzliches Schloss, keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Ein privates Google Drive hat keine Ordner mit Passwort.
  • Am PC verschlüsseln: ein Cryptic-Disk-Container im synchronisierten Ordner. In die Cloud gelangen nur verschlüsselte Daten.
  • Regeln: Container auf dem PC behalten, immer nur ein Computer, vor dem Wechsel trennen.

Was die Verschlüsselung der Cloud schützt und was nicht

Cloud-Dienste verschlüsseln Daten bei der Übertragung und meist auch auf ihren Servern, die Schlüssel verwaltet aber der Anbieter. Das schützt vor abgefangenem Datenverkehr und gestohlenen Festplatten aus dem Rechenzentrum, nicht aber hiervor:

Übernahme des Kontos Ein geleaktes oder per Phishing abgegriffenes Passwort, eine offene Sitzung auf einem fremden PC: Wer sich anmeldet, sieht alle Dateien entschlüsselt.
Freigabelinks Wer den Link hat, hat die Datei. Links werden weitergeleitet, in Chats gespeichert und vergessen.
Anbieter und behördliche Anfragen Mit den Schlüsseln kann der Anbieter Ihre Dateien technisch entschlüsseln, etwa um einer rechtmäßigen Anordnung nachzukommen.
Die Kopie auf dem PC Der synchronisierte Ordner liegt unverschlüsselt auf der Festplatte, solange das Laufwerk selbst nicht verschlüsselt ist.

Für Urlaubsfotos reicht das. Ausweiskopien, Verträge, Arztbriefe, Steuerunterlagen und Kundendaten verschlüsseln Sie besser selbst.

Was OneDrive und Google Drive bieten

OneDrive: Persönlicher Tresor

Was er bietet
  • Ein geschützter Ordner, der sich erst nach einer zusätzlichen Identitätsprüfung öffnet
  • Sperrt sich nach einer Zeit ohne Aktivität wieder
  • Mit Microsoft 365 keine Begrenzung der Dateienzahl
Grenzen
  • Keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Die Schlüssel bleiben bei Microsoft
  • In kostenlosen Konten ist die Zahl der Dateien begrenzt

Google Drive

Ein privates Google-Konto hat keine Ordner mit Passwort. Clientseitige Verschlüsselung gibt es nur in einigen Google-Workspace-Editionen für Organisationen, eingerichtet vom Administrator.

Und Dropbox?

Dropbox bietet Freigabelinks mit Passwort und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Teamordner in einigen Business-Tarifen. Dropbox Vault wurde im März 2025 eingestellt. Mehr dazu und zwei Wege zur Verschlüsselung: Dropbox-Ordner mit Passwort schützen und verschlüsseln.

Clientseitig verschlüsseln: ein Cryptic-Disk-Container im Cloud-Ordner

Bewahren Sie vertrauliche Dateien in einem verschlüsselten Container auf, einer einzelnen Datei im synchronisierten Ordner. Cryptic Disk bindet ihn nach Eingabe des Passworts als Laufwerk im Datei-Explorer ein und verschlüsselt die Dateien beim Schreiben. In die Cloud gelangt nur eine Datei, die wie Zufallsdaten aussieht und standardmäßig keine Kennzeichen enthält: Niemand kann beweisen, dass es überhaupt ein Container ist (Funktionen). Das funktioniert mit jeder App, die einen Ordner synchronisiert: OneDrive, Google Drive, iCloud für Windows, Dropbox und auch Cloud-Speicher deutscher Anbieter.

So richten Sie es ein

Cryptic Disk auf jedem PC installieren

Laden Sie Cryptic Disk herunter und installieren Sie es auf jedem Windows-PC, an dem Sie die Dateien brauchen; eine portable Version geht auch. Klicken Sie im Hauptfenster auf „Verschlüsselten Container erstellen...“.

Hauptfenster von Cryptic Disk mit dem Link „Verschlüsselten Container erstellen...“
Container in den Cloud-Ordner legen

Zum Beispiel C:\Users\Name\OneDrive\Dokumente\Privat.dat. Größe: genug für Ihre Dateien mit etwas Reserve, nicht mehr (siehe Regeln unten).

Erste Seite des Assistenten: Pfad und Größe der Containerdatei
Langes Passwort vergeben

Gut geeignet ist eine Passphrase aus mehreren zufälligen Wörtern: Wie lang sollte ein Passwort sein.

Seite des Assistenten für Passwort und Schlüsseldateien
Header-Sicherung außerhalb der Cloud speichern

Speichern Sie die Sicherungskopie des Headers mit dem Schlüssel, die der Assistent anbietet, etwa auf einem USB-Stick. Sie ist mit dem Passwort geschützt, das beim Sichern galt: Sie hilft bei einem beschädigten Header oder wenn Sie ein später geändertes Passwort vergessen, nicht aber, wenn Sie das einzige Passwort vergessen.

Letzte Seite des Assistenten mit dem Link zur Sicherung des Headers
Dateien hineinverschieben

Binden Sie den Container ein, verschieben Sie die vertraulichen Dateien hinein und löschen Sie die unverschlüsselten Kopien aus dem Cloud-Ordner. Leeren Sie auch den Papierkorb auf der Website des Dienstes, sonst bleiben die Kopien dort.

Eingebundener verschlüsselter Container als Laufwerk im Explorer
Nach der Arbeit trennen

Danach lädt die Cloud-App die geänderte Datei hoch.

Container über das Kontextmenü trennen

Alle Seiten des Assistenten: Verschlüsselten Datenträger erstellen.

Regeln für einen Container in der Cloud

Container auf dem PC behalten Cloud-Apps können Dateien anzeigen, die nur online liegen. Legen Sie in OneDrive über das Kontextmenü fest, dass der Container immer auf diesem Gerät bleibt. Stellen Sie in Google Drive für den Desktop „Meine Ablage“ auf Spiegeln um oder machen Sie den Container offline verfügbar.
Änderungen sichtbar machen Schalten Sie in den Container-Eigenschaften das Wiederherstellen der letzten Änderungszeit der Containerdatei aus, sonst bemerkt die Sync-App die Änderung womöglich nicht. Prüfen Sie nach der ersten Sitzung, dass die Datei hochgeladen wurde.
Immer nur ein Computer Ändern zwei PCs denselben Container, kann der Dienst nichts zusammenführen und legt eine Konfliktkopie an.
Vor dem Wechsel trennen Trennen, warten, bis die Synchronisierung fertig ist, erst dann am anderen PC öffnen.
Nicht zu groß Für die Cloud ist er eine große Datei: Nach einer Änderung wird womöglich ein großer Teil oder alles neu hochgeladen. Mehrere Container nach Projekten sind praktischer.
Kein Zugriff per Handy oder Browser Cryptic Disk läuft nur unter Windows. Dateien, die Sie auf dem Smartphone brauchen, gehören nicht hinein.

Nie in einen Ordner innerhalb der Cloud einbinden. Cryptic Disk kann einen Container statt an einen Laufwerksbuchstaben an einen leeren Ordner binden; liegt dieser im synchronisierten Ordner, lädt die Cloud die entschlüsselten Dateien hoch.

Der Versionsverlauf funktioniert weiter, aber für den ganzen Container: Bei Problemen setzen Sie den kompletten Container auf eine frühere Version zurück.

Andere Möglichkeiten, ehrlich betrachtet

Archiv mit Passwort Für die einmalige Weitergabe: 7-Zip mit AES-256 (bei 7z „Dateinamen verschlüsseln“ aktivieren, sonst bleiben sie sichtbar), Passwort über einen anderen Kanal. Täglich umständlich, und entschlüsselte Kopien bleiben im Download-Ordner. Die alte ZipCrypto-Verschlüsselung ist schwach.
Persönlicher Tresor von OneDrive Eine Prüfung beim Öffnen. Passt, wenn Sie Zugriff vom Handy brauchen und der Anbieter für Sie kein Risiko ist.
BitLocker oder Geräteverschlüsselung Schützt die Kopie auf dem ausgeschalteten PC, nicht die Dateien auf den Servern des Anbieters.

Tipps

  • Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung: Sie schützt auch die Dateien, die Sie nicht verschlüsseln.
  • Speichern Sie das Container-Passwort nicht in derselben Cloud. Für Online-Konten ein Passwortmanager, für den Container eine lange Passphrase, die sich gut tippen lässt.
  • Löschen Sie Freigabelinks, die Sie nicht mehr brauchen.

Synchronisierung ist kein Backup. Wird der Container beschädigt oder gelöscht, überträgt die Synchronisierung das auf alle PCs. Bewahren Sie wichtige Dateien zusätzlich separat auf.

Häufige Fragen

Verschlüsseln OneDrive und Google Drive meine Dateien?

Ja, bei der Übertragung und auf den Servern. Die Schlüssel hat aber der Anbieter, daher kann jeder, der sich in Ihr Konto einloggt, die Dateien lesen.

Kann man einen Ordner in Google Drive mit Passwort schützen?

In einem privaten Konto nicht. Legen Sie die Dateien stattdessen in einen verschlüsselten Container im Google-Drive-Ordner.

Ist der Persönliche Tresor von OneDrive Ende-zu-Ende-verschlüsselt?

Nein. Er verlangt beim Öffnen eine zusätzliche Prüfung, die Schlüssel bleiben aber bei Microsoft.

Kann ich die verschlüsselten Dateien auf dem Handy öffnen?

Nein. Ein Cryptic-Disk-Container öffnet sich nur an einem Windows-PC, auf dem das Programm läuft, installiert oder portabel. In der Cloud und in der App sehen Sie nur eine Containerdatei.

Was passiert, wenn mein Cloud-Konto gehackt wird?

Der Angreifer sieht Ihre normalen Dateien, den Container kann er ohne Passwort nicht lesen. Ändern Sie sofort das Passwort des Kontos und aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Cryptic Disk 30 Tage kostenlos testen

Ohne Einschränkungen während der Testphase. Windows 11, 10, 8.1, 8, 7, Vista und XP.

Kostenfreier Test Preise & Kauf